Wimbachtal

Montag, den 24. Dezember 2007 um 14:09 Uhr

Karge FelsenWimbachtal – Wimbachgrießhütte
Mit dem Bus Nr. 9546 (ab Haltestelle Marxenbrücke) erreichen wir in wenigen Minuten die Wimbachbrücke, den Ausgangspunkt unserer Wanderung ins Wimbachtal: Unterwegs zwischen zwei Gebirgsgiganten, dem Watzmann und dem Hockalter, bietet gleich zu Anfang die Wimbachklamm atemberaubende Eindrücke.


Abgesperrt durch Gatter und Drehkreuze – kurios: ein Extra-Einlass für Hunde – kommt hier nur rein, wer einen Euro gezahlt hat. Der Eintritt in die Klamm ist nur aus Richtung Wimbachbrücke möglich, dazu ist beim letzten Bauern vor der Schlucht eine Eintrittsmünze aus dem Automaten zu lösen. Das lohnt sich: Während vieler Tausende von Jahren hat sich das Wasser seinen Weg durch die harten Kalkschichten gebahnt und diese Schlucht modelliert. Mit Macht schießt es zwischen steilen Felswänden hindurch, von kleinen Holzstegen aus hat man einen beeindruckenden Blick auf kurios geformte moosbewachsene Felsen und auf Wasserfälle.


Atemberaubend schöne natur

Weiter geht es durch eine prächtige Hochgebirgskulisse zum Wimbachschloss, einem ehemaligen Jagdhaus des bayerischen Königshauses, das heute als Wirtshaus genutzt wird. Der Wald ist zu Ende, meist läuft man nun durch leichten Baum- und Buschbestand. Auch wenn man es nicht so direkt merkt, es geht stetig aufwärts. Und der Weg wird auch felsiger. Er führt durch einen riesigen Schuttstrom, das Wimbachgries. Der Schutt ist unmerklich, ständig in Bewegung. Beeindruckend: Hier gedeiht eine endemische Nadelgehölzart, die Färche. Die ist enorm widerstandsfähig und übersteht es sogar, zeitweilig unter Steinen und Schutt begraben zu sein. Und scheint auf dem Schuttstrom auf den ersten Blick kein Blümchen zu gedeihen, zeigt sich bei näherem Hinsehen eine große Vielfalt: zahlreiche Orchideenarten, Akeleien und immer wieder ganze Teppiche von Almrosen.
Nach der der Wimbachgrieshütte steigt der Weg steil an. Am Ende des Tals schlängelt er sich im Zickzackmanier aufwärts und immer wieder an der Steilwand entlang. Überwältigende Ausblicke verleiten dazu, weiterzukraxeln. Leider ist es schon später Nachmittag. Wollen wir nicht die Nacht im Freien verbringen, müssen wir uns auf den Rückweg ins Tal machen. Zurück an der Haltestelle Wimbachbrücke, können wir unserem Bus hinterher winken – der nächste fährt in einer Stunde. Jetzt hätten wir gerne einen Mietwagen!! Zum Glück scheint Trampen hier gut zu funktionieren: Gleich der dritte Autofahrer nimmt uns mit und fährt uns sogar bis zur Haustür.

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