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Phnom Penh ist die enorm lebendige Hauptstadt Kambodschas. Der Verkehr, die Menschen, alles und jeder scheint ständig in Bewegung zu sein. Historisch sind hier jedoch Dinge geschehen,
die bis heute von vielen Einwohnern noch nicht verarbeitet wurden. Von dieser Stadt aus startete die Khmer Rouge die Deportation der „New People“ in die umliegenden Regionen. Vieles steht im Zeichen der ultrakommunistischen Khmer Rouge-Herrschaft. Wir wollten uns beim Bereisen dieses Landes auch ein wenig mit der Geschichte vertraut machen und haben eine Fahrt zu den Killing Fields unternommen.
Wer in Kambodscha mit dem Tuk Tuk irgendwohin fahren möchte, der muss erst ein Mal verhandeln. Das bedeutet nach dem Preis fragen, ungeachtet der Antwort entrüstet gucken und ein Gegenangebot vorschlagen. Ehrensache, dass der TukTuk-Fahrer auch nicht auf das erste Angebot eingeht sondern seinerseits wieder einen Vorschlag unterbreitet. Nach einigem Hin und Her einigt man sich meist auf die Mitte der Angebote. Bei uns ging es dann in rasanter Fahrt zu den Killing Fields. 17.000 Menschen wurden in der Herrschaftszeit der Khmer Rouge (1975 April und Januar 1979) hier ermordet. Meist handelte sich hierbei um die Menschen ( so genannte „Gegner des Regimes“), die in dem Toul Sleng Museum gefangen gehalten und gefoltert wurden.
Die Killing Fields Die Killing Fields sehen auf den ersten Blick aus wie ein harmloser Park. Bei näherem Hinsehen kann man jedoch das Grauen erahnen, was sich dort abgespielt haben muss. Als erstes sticht ein rund 10 Meter hoher Turm ins Auge. Auf mehreren Etagen werden hier Totenköpfe gelagert. Das Erschreckende dabei war, dass die Schädel nicht abgeschirmt waren. Man hätte sie theoretisch anfassen können – keine Glaswand nichts hat sie geschützt. Die Schädel wurden aus den Massengräbern wieder herausgenommen und werden hier nun ausgestellt. Es muss sich um mehrere Tausend handeln, sie sind nach Altersgruppen gruppiert. Ganz unten liegt eine Ansammlung von den Kleidungsstücken der Toten. Ein paar Informationstafeln geben einen Abriss über die Geschichte.
Toul Sleng – Foltern ohne Gnade Das Toul Sleng Museum war ein Gefängnis der Khmer Rouge. Hier wurden Gegner des Regimes gefangen gehalten, gefoltert und anschließend auf den Killing Fields ermordet. Das Museum gibt einen Einblick in die Foltermethoden der Khmer Rouge (ich habe sie mir nicht so genau ansehen, ein ganz kurzer „Überblick“ hat mir vollkommen gereicht). Sehr interessant war jedoch die Fotoausstellung über die ehemaligen Gefangenen und die Art und Weise, wie die Geschichten der weniger als ein Dutzend Überlebenden erzählt wurden. Meiner Meinung nach gehören diese beiden Dinge, so schockierend sie auch sein mögen, zum Pflichtprogramm eines Besuchs in Phnom Penh.

Königspalast – Purpurröcke statt Mini Eine der Hauptattraktionen der Stadt ist der Königspalast. Allerdings muss man sich hier an strenge Kleidervorschriften halten. Das heißt Schultern bedeckt und knielanger Rock oder Hose. Und knielang heißt „überknielang“ – sieht man noch einen Zentimeter eines „hocherotischen“ Knies, dann muss man sich Röcke ausleihen und diese im Palast tragen. Der Palast ist teils protzig, teils sind einige Malereien auch ein wenig verblasst. Verschiedene Säulen, einen Tempel und den Palast kann man hier bewundern.
Straßenstände, Schlangenwein und Seashells Wer wirklich experimentierfreudig ist, kann sich an einem Kobragetränk versuchen. Die Schlangen sind in den Flaschen oft so arrangiert, dass sie eine andere Schlange im Maul haben oder sich die Flasche mit einem Skorpion teilen. Straßenstände und Märkte gibt es zu Hauf, von Muscheln bis Flips Flops wird alles verkauft. Auf der Promenade am Fluss schlendern Mönche entlang, Erdnuss- und Fruchtverkäufer tun ihr Bestes um ihre Ware an den Mann zu bringen.
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