Halong Bay

Halong Bay – ein Naturwunder unserer Erde
Erster Tag - Bootsfahrt

Morgens früh um acht Uhr beginnt die Fahrt im Bus nach Halong City von Hanoi.

Von dort aus setzt das Boot nach einer Fahrt durch die ganzen Inseln nach Cat Ba Island über. Wie üblich in Vietnam wird auch der kleinste Quadratzentimeter Platz im Bus effizient ausgenutzt. Das heißt ich muss bei minimaler Beinfreiheit noch irgendwie meinen Rucksack unterbringen und habe deswegen die Oma neben mir praktisch auf dem Schoß sitzen. Die beiden kleinen Kinder auf den Nachbarsitzen streiten sich, die Eltern schaffen es nicht sie zu beruhigen. Ich ärgere mich schon fast, dass ich die Tour gebucht habe bis sich alles auf angenehme Art und Weise entspannt. Die Oma ist als junge Frau nach Neuseeland ausgewandert und erzählt mir spannende Geschichten, die Kinder spielen „Ich sehe was was Du nicht siehst.“ Obwohl alles durcheinander redet kehrt so etwas wie Ruhe ein. Jeder freut sich auf die Bootstour durch die Halong Bay.

Halong Bay ist eines der Naturwunder unserer Erde. Heute bieten Holzboote Fahrten durch die Insellandschaft an. Rund 3000 Inseln befinden sich hier. In der Hauptstadt Vietnams, Hanoi, kann man die Touren buchen. Die Berge der Inseln bieten ein ganz besonderes Bild: Sie sind rund und fallen steil ab. Viele vergleichen sie mit der Landschaft Krabis an der Westküste Thailands.

Die Fahrt führt vorbei an Fischerdörfern die auf einer Art Ponton im Wasser schwimmen. Am späten Nachmittag ankert das Boot in einer der Buchten vor Cat Ba Island. Nun gibt es kein Halten mehr, alle möchten baden oder Kajak fahren. Einige springen vom Dach des Bootes etwa fünf-sechs Meter in die Tiefe. Der Sprung in das warme Wasser macht süchtig und auch ich laufe immer wieder hinauf. Es soll mein letzter Sprung des Tages werden. Frohgemut springe ich ins Wasser und schwimme beim Auftauchen geradewegs in eine Qualle hinein. Ich kann mich nicht erinnern, dass irgendetwas in meinem Leben jemals so sehr gebrannt hat! Mit verschiedensten Wickeln und wundersamen Tinkturen einer Taucherin an Bord vergeht der Schmerz Gott sei Dank im Laufe des Abends.

Zweiter Tag – Schwitzen im Cat Ba National Park:

Wegen mangelnder Information unseres Guides und meinem spontanen Entschluss die Tour um einen Tag zu verlängern, sehe ich mich plötzlich mit Flip Flops (!) im Cat Ba National Park wandern. Steinauf, steinab mit völlig unzureichendem Schuhwerk durch den vietnamesischen Dschungel. Es ist so schwül, dass die Teilnehmer einhellig der Meinung sind, dass sie in ihrem Leben noch nie so geschwitzt haben. Der Anstieg ist anstrengend, einem Chilenen ist sogar so schlecht, dass er sich übergeben muss. Der Guide, ein kleiner drahtiger Mann Ende dreißig, schwitzt noch nicht Mal. Ich frage mich immer, wie die das machen? Werden sie so geboren und gewöhnt der Körper sich im Laufe eines Lebens in Vietnam das schwitzen ab? Ich beneide die Leichtigkeit mit der den Berg hinauf gleitet und trinke den Rest meines Wassers aus, um für das letzte Stück Wildnis gewappnet zu sein.


Dritter Tag – Krokodilleder und Floating Market:

An den Inseln vorbei fährt das Boot nach Halong City. Unterwegs halten wir an einem Floating Market – die Frauen verkaufen allerlei Obstsorten und Kokosnussmilch.

Geschockt bin ich, als wir in Halong City ankommen. Wir halten an einem Geschäft, wo Krokodilleder verkauft wird. Taschen, Schuhe, das Leder an sich wir hier feil geboten. Immer wieder stößt man auf die Unterschiede der Kultur. Dinge, die bei uns am Flughafen beim Zoll schwere strafrechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen, werden hier frei verkauft. So findet man in Vietnam zum Beispiel auch tütenweise mit getrockneten Seepferdchen!


Trotz schwüler Temperaturen und chaotischer Organisation war die Bootstour ein schönes Erlebnis. Man sollte nur ein wenig auf den Anbieter achten, denn viele verkaufen teure Touren, die nicht das halten, was versprochen wird.

 
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