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Mopeds, Mopeds, Mopeds – das inoffizielle Wahrzeichen von Ho-Chi-Minh-Stadt Von Vietnam hatte ich an sich nichts großartiges erwartet.
Viele Reisende, die ich in Laos und Kambodscha traf haben berichtet, dass das Land wunderschön, aber die Menschen recht unfreundlich seien. Ich kann nur sagen: Ich war äußerst positiv überrascht! Außerdem hatte ich wichtigeres zu tun als mir darüber weiter Gedanken zu machen. Denn ich musste irgendwie diese massive Kreuzung vor mir überqueren. Obwohl ich schon in verkehrstechnischer Hinsicht einigermaßen asienerprobt war – hier schienen die Massen der Mopedfahrer keinen Raum für unwichtige Fußgänger zu haben. „When in Rome do as the Romans do“. Nur wo waren “die Romans”, die wie ich eine Straße überqueren wollten? Von den fünf Millionen Einwohnern Ho-Chi-Minh-Stadts schien jeder auf einem Roller unterwegs zu sein. Nach ein paar Minuten kam meine Rettung – ein Sonnenbrillenhändler vorbei. Auf einem breiten Brett bot er mir seine Waren feil. Kaufen wollte ich zwar nichts, aber die Straße mit ihm überqueren. Also schloss ich mich ihm an und erfuhr das Geheimnis des Straßenüberquerens in Ho-Chi-Minh-Stadt: Langsam, selbstbewusst und vorhersehbar lauten die Zauberworte. Die Roller halten nie für Fußgänger, die Fahrt verlangsamen sie nur in äußersten Notfällen. Die Fahrer bemühen sich aber niemanden anzufahren und weichen elegant aus. Je mehr sie abschätzen können wo der Passant zuckelnden Schrittes lang geht, desto besser können sie ihn umkurven.
Kühlschränke, Palmen, Schweine und Bananen Ist man erst Mal sicher auf der anderen Straßenseite angekommen, so kann man sich aus einem der zahlreichen Cafés das lebhafte Treiben auf den Straßen ansehen. Mit einem starken vietnamesischen Kaffee in der Hand beobachte ich das Treiben der Stadt. Von den fünf Millionen Einwohnern der Stadt besitzen rund drei Millionen einen Roller. Es erfordert keine großen Rechenleistungen um zu erkennen, dass somit oft mehr als eine Person auf einem Gefährt sitzen müssen. Auf manchen Rollern sind ganze Familien unterwegs. Papa fährt, das kleinste Kind steht auf dem Trittbrett und die beiden anderen Kinder vor und hinter Mama. Fünf Personen auf einem Roller zu sehen ist in Saigon – seit 1975 von der Regierung in Hanoi offiziell Ho-Chi-Minh-Stadt genannt – nichts außergewöhnliches. Transportiert wird alles was geht – Kühlschränke, Palmen, Schweine und Bananen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Cu Chi Tunnel Die Cu Chi Tunnel sind ein 200 Kilometer unterirdisches Tunnelsystem nordwestlich Ho-Chi-Minh-Stadts und neben einer Fahrt ins Mekong Delta wohl die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt. Sie waren Teil eines strategischen Plans im Vietnamkrieg und können heute besichtigt werden. Allerdings ist ein Gang durch den Tunnel nichts für klaustrophobische Seelen – es ist verdammt eng, die Decken sind sehr niedrig. Bei einer Tour kann man sich zwei Tunnel ansehen. Da der ursprüngliche Tunnel wegen Minengefahr lange nicht freigegeben war, wurde für die Touristen kurzerhand ein neuer gebaut. Die Tour umfasst einen Gang durch beide Tunnel – den für Touristen und einen ursprünglichen. Im ersten Tunnel wird die Härte der Touristen getestet – wer sich hier schon unwohl fühlt, der sollte in den wahren Tunnel besser nicht hinein gehen. Vor der Gruppe möchten natürlich nur die wenigsten klein beigeben – und auch ich gehöre nicht zu denen, die ohne Notwendigkeit zugeben, dass sie Angst haben. Also frisch in den Touristentunnel hinein und jedes Mal, wenn ich nun doch merkte, dass das alles gar nichts für mich ist, überredete mich eine nette Holländerin vor mir weiter zu gehen. Fünf Minuten dauert der ganze „Spaß“ – mir kam es ewig vor. Zu allem Überfluss ging es plötzlichen nicht mehr weiter, weil vor uns jemand stecken geblieben ist! Na klasse! Also musste ich mit dem Rattenschwanz hinter uns kommunizieren und durch einen der Notausgänge nach draußen krabbeln. Nach diesem Erlebnis war mir dann klar – die „richtigen“ Tunnel sind nichts für mich, das mache ich nie, nie wieder!
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